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Tarp -
Großfeuer - 600 Schüler evakuiert

Tarp. Feueralarm in der großen Schulpause: Wegen eines Brandes ist die Grund- und Gemeinschaftsschule in Tarp im Kreis Schleswig-Flensburg am Mittwochvormittag geräumt worden. Verletzt wurde niemand.
Um 9.37 Uhr war in einer Zwischendecke des zweistöckigen Hauptgebäudes starke Rauchentwicklung bemerkt und Alarm ausgelöst worden. Neun Feuerwehren mit 100 Einsatzkräften waren im Einsatz, wie ein Sprecher der Leitstelle in Harrislee mitteilte. Die Brandbekämpfung, zu der auch die Drehleiter der Flensburger Berufsfeuerwehr geholt wurde, gestaltete sich nach Angaben von Einsatzleiter Nörenberg äußerst schwierig. "Das Feuer hat sich in die Isolierung der Zwischendecken vorgearbeitet, wir müssen Teile des Flachdaches auftrennen um an die Brandherde zu gelangen", erklärt Nörenberg das Vorgehen. Wegen des starken Rauchs wurden die Bewohner der umliegenden Häuser aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Nach drei Stunden war der Brand gelöscht.
Keine Verletzten
Alle 600 Schüler und die rund 40 Lehrer blieben unverletzt, ebenso die Handwerker, die auf dem Dach Reparaturarbeiten ausführten. Sie sei erst geschockt gewesen, nun aber erleichtert, weil alle wohlauf geblieben seien, sagte Tarps Bürgermeisterin, Brunhilde Eberle. Der Unterricht fällt am Donnerstag aus. Ob die Schule, deren Fassade teilweise rußgeschwärzt war, am Freitag wieder öffnen kann, ist noch offen. Ein Versicherungsfachmann schätzte den Schaden nach Angaben der Leitstelle auf etwa 500.000 Euro.
Dass es zu keiner Panik kam, lag offenbar auch daran, dass der Alarm während der großen Pause gegeben wurde. So hätten nur noch wenige Schüler aus den Gebäuden geholt werden müssen, sagte Schulleiterin Ursula Lehmann. Bürgermeisterin Eberle berichtete, nur einige Schüler der ersten und zweiten Klasse hätten unter Schock gestanden. "Die hatten noch ihren Schulranzen in der Klasse und wussten nicht, wie sie wieder an ihre Sachen kommen."
Schweißarbeiten auf dem Dach als Ursache
"Schweißarbeiten einer Dachdeckerfirma haben den Brand im Hauptgebäude der Alexander-Behm-Schule ausgelöst, das ist Fakt", sagte Eberle. Auch die Polizei vermutet als Ursache die Dacharbeiten, für Brandstiftung gebe es keine Hinweise. Die Kripo nahm Ermittlungen zur Klärung des Brandes auf.
Im Jahr 2008 hatte die Schule nach diversen Vandalismus-Fällen, darunter ein laut Medienberichten fast 600.000 Euro teurer Wasserschaden, ein Videoüberwachungssystem mit 42 Kameras erhalten. "Das war damals ein Pilotprojekt, die Vorfälle sind seitdem deutlich zurückgegangen und viele Diebstähle aufgeklärt worden, das wissen wir vom Hausmeister der Schule" sagte Michael Leiber, Geschäftsführer der Flensburger Firma D.T.E. Sicherheitstechnik, die das System installierte.
Laut Eberle sind im Hauptgebäude die Aula im Obergeschoss, sowie im Erdgeschoss das Lehrerzimmer und Schulsekretariat sowie Fachräume in Mitleidenschaft gezogen worden. Unterrichtsräume seien kaum betroffen. Am Donnerstag werde das Lehrerkollegium in der Aula zusammenkommen und beraten, wie es weitergeht. "Denkbar wäre, dass wir notfalls einige Container aufstellen", sagte Eberle.
Quelle (Text und Bilder ): http://www.shz.de/nachrichten/top-thema/article//-a072f5d283.html |